Kultur

in der Tiefgarage V2 - 2026

Kunst ist, wenn man trotzdem nicht lacht.

31. Oktober 2026

Neutrik Tiefgarage in Schaan

DAS ARCHIV DER VERGESSENEN ZUKUNFT
multimedial – performativ – unterhaltend 

Nach dem Überraschungserfolg von „Das Depot der abgelehnten Kulturförderanträge“ öffnet das KollekTief erneut ein geheimes Kapitel liechtensteinischer Parallelgeschichte.

Was wäre passiert, wenn die Zukunftsvisionen der 1970er Jahre Wirklichkeit geworden wären? Wenn Liechtenstein statt auf den Finanzplatz auf Raumfahrt, einen Wolkenkratzer für 10‘000 Menschen oder psychedelische Bildungsutopien gesetzt hätte?

In der Tiefgarage der Neutrik AG in Schaan erwartet das Publikum eine moderierte Führung durch ein fiktives „Archiv der vergessenen Zukunft“. Zu entdecken sind nachinszenierte Ideen und audiovisuelle Relikte visionärer – oder leicht verrückter – Zukunftsentwürfe für das damals verheissungsvolle Jahr 2000.

Performance, Installation, Satire und dokumentierte Fiktion verbinden sich zu einem unterhaltsamen Abend, irgendwo zwischen Landesmuseum, Bunkerführung und Underground-Happening.

Dazu: Screening des Films „Colossus: The Forbin Project (1970)“ und anschliessend Tiefgaragen-Bar „Zur vergessenen Zukunft“.

Samstag 31. Oktober 2026

  1. Durchführung: 18.00 - 19.00 Uhr (Wiedereintritt für Film ab 20.15 Uhr)

  2. Durchführung: 19.30 - 20.30 Uhr

20.45 - 22.30 Filmvorführung Colossus: The Forbin Project (1970)

(Tickets beider Durchführungen sind dafür gültig)

Ende Mitternacht

Gefördert von der Kulturstiftung Liechtenstein, unterstützt durch die Stiftung Fürstl. Kommerzienrat Guido Feger, die Fürst Franz Josef von Liechtenstein Stiftung, die Gemeinde Schaan und die Neutrik AG.

Die Kulturprojekte enthalten Elemente aus Performance Art, Videokunst, Musik, bildender Kunst und immersiv theatralen Elementen, manchmal gespickt mit einer Prise Grössenwahn.

“Kultur in der Tiefgarage 2026” ist das zweite Projekt des Kollektiv Tiefgarage: Sebastian Frommelt, Juliana Beck (Kreativ Akademie) und Fabian Reuteler (Rocketscience GmbH).

Trailer 2026

Rückblickfilm 2025

Das Archiv 2025

Antrag Nr. 72-1999-KF-56

Also jodelte Zarathustra

Der Förderantrag Nr. 72-1999-KF-56 stammt von einem Künstler, der sich mit traditionellen Kulturtechniken beschäftigt und deren Innovationspotenzial auszuloten versucht. Sein Projekt mit dem Titel „Also jodelte Zarathustra“ bezieht sich auf den Titel des philosophisch-literarischen Werks „Also sprach Zarathustra“ von Friedrich Nietzsche.

Projektbeschrieb:

“Das Jodeln wird oft als reine Volkskultur diskreditiert und dem Jodeln wird keine Entwicklungsmöglichkeit zugesprochen, zum Beispiel eine philosophische Auseinandersetzung mit unserem Leben in dieser Welt zu führen. Ich möchte den Beweis antreten, dass Jodeln und Philosophie eine ergänzende Fusion eingehen können und das Jodeln als Herold für philosophisches

Gedankengut dienlich sein kann. Es soll einen Jodlechor geben, bei dem ein Vorsänger - über den Naturjodel des Chors hinweg - kurze Zitate aus populären philosophischen Werken zum Besten gibt.”

Antrag Nr. 12-8045-KF-77

Remote Painting

Der Förderantrag mit der Nummer 12-8045-KF-77 stammt von einer Künstlergruppe, die sich mit der analogen Darstellung von digitalen Prozessen widmet. Bei diesem Projekt mit dem Titel „Remote Painting“ verfolgen die Künstlerinnen das Ziel, einen Prozess, der physikalisch nicht sichtbar ist, für das Publikum zu veranschaulichen.

Projektbeschrieb :

“Remote Painting nimmt Bezug auf das Phänomen, das auch künstlerisch und gestalterisch völlig unbegabte Menschen mittels Software wie zum Beispiel Adobe PhotoShop oder Adobe Illustrator visuelle Werke erschaffen können, die durch ihre Pixelstruktur eine ästhetische Verbindlichkeit erwirken, die lediglich aus Nullen und Einsen besteht. Der Mensch kommandiert diese Nullen und Einsen, so dass sie in Pixelrastern Zuordnungen von Farbinformationen in bestimmten Positionen vornehmen. Der Mensch ist zeitgleich der Schiedsrichter, der diese Vorgänge überwacht und allenfalls über Kontrolle Z oder Command Z rückgängig machen kann. Jedem gestalterischen Schritt wohnt somit seine Unverbindlichkeit inne.”

Kollektiv Tiefgarage

Fabian Reuteler

Juliana Beck

Sebastian Frommelt

Mit freundlicher Unterstützung:

Antrag Nr. 76-2949-KF-66-11

Prêt-à-déporter

Bei der abgebildeten Nach-Inszenierung des Förderantrags Nr. 76-2949-KF-66-11 handelt es sich um das Perfomance-Projekt mit dem Titel: Prêt-à-déporter.

Projektbeschrieb :

“Die Choreografin und Künstlerin, die diese tänzerisch-performative Intervention konzipiert hat, kommt ursprünglich aus der Welt der Mode und Modeschauen. In ihrem Projektbeschrieb bezieht sie folgende Position: Mode als gesellschaftlich motivierte Erwartungshaltung: Perfektion, Schönheit und Uniformität. Mode als ästhetische Kampfrüstung gegen die beabsichtigt ausgelösten Gefühle des Umfelds wie Neid und Missgunst. Mode als Ausgrenzungsprinzip, als nichtintegrative, assoziale Massnahme.Wer nicht spurt muss weg, wer nicht reinpasst muss ins gesellschaftliche Exil deportiert werden.”

Antrag Nr. 22-3443-KF-12-89

Wo die Gerüchteküche brodelt

Das Künstlerduo hinter dem Antrag Nr. 22-3443-KF-12-89 beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Enge in Liechtenstein.

Projektbeschrieb :

“Wo jeder jeden kennt! Wo man sich verkleidet. Wo man Rollen spielt. Wo man sich genötigt sieht, am gesellschaftlichen Leben Teil zu nehmen, um nicht in Verdacht zu geraten, man würde sich nicht für die eigenen Leute interessieren! Wo der öffentliche Raum vergiftet ist mit Intrigen, die aus Gerüchten gewachsen sind. In unserer Performance werden zwei Trachtenfrauen einen rituellen Vorgang zeigen. Die eine spielt auf der singenden Säge und erzeugt dabei Klänge, die ähnlich wie Gerüchte im Ungefähren bleiben. Die andere lässt sich von den Klängen zu tänzerischen Bewegungen animieren, sie nimmt die Gerüchte auf, verarbeitet sie und flüstert sie in Gerüchte-Streuer ein, die um sie herum am Boden stehen. Diese dienen eben dazu, Gerüchte zu streuen und zu verbreiten. Die Gerüchte-Streuer sind neutral weiss gestaltet und wirken auf den ersten Blick harmlos.”

Antrag Nr. 43-0402-07

Me, Myself and I

Dieser Antrag mit der Nummer 43-0402-07 trägt den Titel Me, myself and I.

Projektbeschrieb :

“Die Sozialen Medien haben die menschlichen Unzulänglichkeiten relativiert. Jeder und Jede kann parallel zu seiner realen Mittelmässigkeit ein Bild seines Ichs verbreiten, das über dies Mittelmässigkeit hinaus ragt. Spiegeln Spiegeln an der Wand, wieviele Menschen schauen mir gerade zu im ganzen Land? In der Umsetzung wird ein junger Mann in eitler Aufmachung und mit umgehängter elektrischer Gitarre vor einer Projektionsleinwand stehen, auf der sein Konterfei zu erkennen ist, das von einer Live-Kamera an den Beamer übermittelt wird. Dabei wirft der junge Mann seinen Schatten auf sein projiziertes Gesicht, als Metapher für den Verdacht, den das Publikum beim Betrachten der Social-Media Beiträge des Mannes hegt: Ist er wirklich glücklich und zufrieden und begabt und beliebt?”